Projekt

Das Ziel des Projektes Doppelpower von Andreas Bänziger, Kaspar Glarner und Leo Meier ist es, das natürliche Gefälle einer Flussschlaufe zur Produktion von klimaneutralem Strom zu nutzen.

Ausgangslage und Ziele
 Bei der Gemeinde Schwanden (GL) fliesst das Wasser aus dem Sernftal in die Glarner Linth und von dort in einem grossen Bogen um einen Bergsturzkegel in Richtung Glarus. Das natürliche Gefälle dieser Flussschlaufe von rund 35 Metern möchten die Initianten durch den Bau eines Stollens zur Produktion von geschätzten jährlichen 22 GWh klimaneutralem Strom nutzen. Das für den Kraftwerkbetrieb benötigte Wasser wird mehrheitlich nicht dem natürlichen Flusslauf entnommen, sondern direkt von einer bereits bestehenden Kraftwerkzentrale bezogen, in den vorgesehenen Stollen geführt und knapp fünf Kilometer weiter flussabwärts in die Linth geleitet. Eine zusätzliche Wasserfassung ermöglicht die Nutzung eines bisher ungenutzten Einzugsgebietes.

Vorgehen und aktueller Stand
Die Ergebnisse einer detaillierten Machbarkeitsstudie haben die Projektinitianten dazu bewogen, die Planung weiter voranzutreiben. Vor der Eingabe des Konzessionsgesuches musste eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen werden. Die Sicherung der Wasserrechte ist aufgrund der glarnerischen Eigenheit eine weitere anspruchsvolle Hürde. Nach den geltenden Gesetzesbestimmungen haben alle Liegenschaftsbesitzer mit Anstoss an Sernf und Linth unterhalb der Entnahmestelle bis zur Wasserrückgabe ihre Einwilligung zur Nutzung des Wassers zu geben. Von den poltischen Gemeinden Schwanden und Mitlödi wurde die Zusicherung an der Gemeindeversammlung mit grossem Mehr gegeben und auch die privaten Eigentümer sind dem Projekt positiv gesinnt. Mit dem Unterliegerkraftwerk, welchem bei der Realisierung von Doppelpower eine wirtschaftliche Nutzung entzogen wird, konnte ein einvernehmliche Lösung gefunden werden.
Das Konzessionsgesuch wurde am 25. Juni 2009 eingereicht und am 5. Mai 2010 vom Landrat des Kantons Glarus verabschiedet. Die Umweltorganisationen reichten zuhanden des  Bundesgerichts eine Beschwerde ein, die den auf Frühjahr 2011 geplanten Baubeginn sehr stark beeinträchtigen werden.

Das Kernstück des Projektes ist der rund 1,7 km lange Stollen in geologisch schwierigem Gestein. Nebst den Grundwasserströmen gilt es auch den Gesteinsverhältnissen Beachtung zu schenken. Ein erfahrener Geologe wertete die Ergebnisse der Sondierbohrungen aus. Die Geologie im Projektgebiet wird vom grossen Bergsturz aus der Glärnischwand bei Guppen dominiert. Die Bergsturzmasse hat eine Kubatur von über 800 Mio m3 und ist über eine Fläche von 9 km2 verteilt. Lieferanten von Tunnelbohrmaschinen und Rohrvortriebssystemen sind zuversichtlich, dass die schwierige Geologie mit den heutigen Technologien bewältigt werden kann.